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Erfahren Sie, wie Sie die Zündung eines Volkswagen-Typ-1-Motors mit Prüflampe oder Stroboskoplampe einstellen: Riemenscheibenmarkierungen, Vorzündung von 7,5° und wichtige Kontrollpunkte.
23.3.2026
Harald
5 Minuten Lesezeit
Es gibt zwei Methoden, um die Zündung des Typ-1-Motors einzustellen: mit einer Prüflampe oder mit einer Stroboskoplampe, wobei die zweite die Einstellung der ersten verfeinert. Wer dieses Gerät nicht besitzt, kommt mit einer sorgfältigen Einstellung per Prüflampe aber auch gut zurecht.
Ideal ist ein Schraubendreher mit integrierter Lampe. Ein nicht sehr teures und sehr praktisches Werkzeug, denn es wird mit Klemme und Kabel geliefert (Unsere Prüflampe ansehen). Natürlich kann man sich seine Lampe auch selbst basteln!
Die Kurbelwellenriemenscheibe trägt mehrere Markierungen. Auf der Vorderseite findet sich meist eine Erhebung, und gegenüber auf der Rückseite eine Kerbe.
Die Erhebung entspricht dem oberen Totpunkt des ersten Zylinders, die Kerbe steht für null Grad Vorzündung. Diese Kerbe muss also mit der Trennfuge zwischen den beiden Kurbelgehäusehälften fluchten.

Beachten Sie, dass diese Kerbe in den meisten Fällen die am weitesten links liegende ist. Sobald der obere Totpunkt bestimmt ist, werden Sie feststellen, dass der Finger des Zündverteilers zu Ihnen zeigt. Zeigt er nach hinten, drehen Sie die Riemenscheibe eine weitere Umdrehung, damit der Verteilerfinger die fehlende halbe Drehung ausführt.
Wenn er zu Ihnen zeigt, drehen Sie das Verteilergehäuse, bis die Markierung am Gehäuse mit dem Finger fluchtet. Das ist die Stellung des Zündzeitpunkts von Zylinder Nr. 1. So können Sie auch prüfen, ob Ihre Zündkabel in der richtigen Zündreihenfolge 1-4-3-2 angeschlossen sind (im Uhrzeigersinn). Nach diesen Vorarbeiten bleibt noch die Vorzündung einzustellen. Auf Ihrer Riemenscheibe befindet sich eine weitere Kerbe, acht Millimeter rechts von der ersten.
Sie entspricht einem Zündzeitpunkt von 7,5° vor OT, was der Normalwert für Motoren mit originalen Unterdruckverteilern und für einen Verteiler 009 ist. Beim Originalverteiler gilt: Nicht alle Verteiler werden auf dieselbe Weise eingestellt. Der Ausgangswert (z. B. 7,5° Vorzündung) hängt vom Motortyp und vom Verteilertyp ab.

Kommen wir zur eigentlichen Einstellung. Schalten Sie die Zündung ein (ohne den Motor zu starten). Legen Sie Ihren Zauberschraubendreher an Masse und klemmen Sie die Unterbrecherseite der Zündspule an. Das ist das Kabel, das vom Verteiler kommt, falls die Beschriftung an der Spule nicht mehr lesbar ist.
Drehen Sie die Riemenscheibe, bis die zweite Kerbe mit der Trennfuge der Kurbelgehäusehälften fluchtet. Lösen Sie den Verteiler (Schlüssel 10) und drehen Sie ihn im Uhrzeigersinn: Die Lampe geht aus. In die andere Richtung leuchtet sie wieder auf. Die richtige Stellung ist genau dann erreicht, wenn die Lampe wieder angeht. Wiederholen Sie den Vorgang mehrmals, bevor Sie den Verteiler wieder festziehen, und kontrollieren Sie dann durch Drehen der Riemenscheibe, denn beim Anziehen der Befestigungsschraube verstellt sich der Verteiler manchmal leicht.
Im Prinzip können Sie so losfahren. Sicherheitshalber ist es besser, mit einer Stroboskoplampe nachzukontrollieren.
Für eine Zündungseinstellung mit der Stroboskoplampe muss der Motor laufen. Setzen Sie vor dem Start die Zange auf das Kabel von Zylinder Nr. 1. Achten Sie auf die Pfeilrichtung an dieser Zange, sie zeigt die Stromrichtung an. Legen Sie das Pluskabel an die Plusklemme der Zündspule und das Massekabel an Masse.
Das Prinzip ist dasselbe wie mit dem Schraubendreher, nur sieht man beim Verdrehen des Verteilers durch den Stroboskopeffekt, wie sich die Kerbe der Riemenscheibe in die eine oder andere Richtung bewegt. Der Verteiler wird festgezogen, wenn die Kerbe sauber mit der Trennfuge fluchtet.
Bei manchen Stroboskoplampen kann man mithilfe der ersten Kerbe sogar den oberen Totpunkt überprüfen.

Hinweis: Bei einem Originalverteiler erfolgt die Einstellung mit der Lampe bei abgezogener Unterdruckdose.
Zum Nachlesen: Die 12-V-Stroboskoplampe mit Zündwinkelverstellung
Stellen Sie vorab den Abstand der Unterbrecherkontakte auf 0,40 mm ein; sind Ihre Kontakte angefressen, wechseln Sie sie aus und vergessen Sie den Kondensator nicht. Prüfen Sie die richtige Stellung des Kopfs der Verteilerantriebswelle, außermittiger Schlitz bei OT Zylinder Nr. 1.
Ein Spiel in der Verteilerachse darf bei der Ablesung des Winkels beim Beschleunigen nicht mehr als 2° Schwankung zulassen. Darüber hinaus: Tauschen Sie Ihren Verteiler aus.
Eine falsche Grundeinstellung und/oder ein „verschlissener“ Verteiler führen zu Überhitzung, die so weit gehen kann, dass ein Kolben oder ein Zylinderkopf schmilzt! (Typischer Fall für das Erlöschen der Garantie bei Austauschmotoren)
Klopfen: zu viel Vorzündung, zu alter Kraftstoff (zu geringe Klopffestigkeit) oder ungewöhnliche Überhitzung des Motors: Vorzündung verringern.
Auto ungewöhnlich „schlapp“: zu wenig Vorzündung oder, schlimmer, Spätzündung: Überhitzung.
(A) Trennfuge der Kurbelgehäusehälften
(B) Markierung am Verteilerumfang
(C) Stellung der Kabel am Verteilerkopf
(D) Stellung des Kopfs der Verteilerantriebswelle, außermittiger Schlitz (Verteiler ausgebaut)


Harald
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